Notfall-Hilfe bei Angst, Panik und psychischen Krisen
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Telefonseelsorge, psychiatrischer Notdienst.

Erste Hilfe – professionelle Hilfe bei Angst und Panikattacken
Soforthilfe in akuten Krisen
Notruf (Polizei/Rettungsdienst):
110 oder 112
Einsatzbereich: Akute Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Panikattacken mit körperlichen Symptomen (Ausschluss medizinischer Notfall).
TelefonSeelsorge (24/7 erreichbar)
Tel. 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Besonderheit: Kostenlos, anonym und rund um die Uhr. Auch per Chat oder Mail unter online.telefonseelsorge.de.
Nummer gegen Kummer
Kinder- & Jugendtelefon: 116 111 (Mo–Sa, 14–20 Uhr)
Elterntelefon: 0800 111 0 550 (Mo–Fr vormittags, Di+Do abends)
Medizinische & Therapeutische Fachstellen
Um zeitnah fachärztliche oder klinische Hilfe zu erhalten.
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Einsatzbereich: Wenn die Arztpraxen geschlossen sind, aber keine unmittelbare Lebensgefahr besteht. Hier erfährt man auch, welche psychiatrische Notfallambulanz in der Nähe zuständig ist.
Psychiatrische Notfallambulanzen (Kliniken):
Betroffene können sich jederzeit direkt an die Notaufnahme des nächstgelegenen psychiatrischen Krankenhauses wenden.
Info-Telefon Depression
Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Tel. 0800 33 44 533 (Mo, Di, Do: 13:00–17:00 Uhr; Mi, Fr: 08:30–12:30 Uhr)
Digitale & Textbasierte Krisenhilfe
Für Menschen, die in der Krise nicht telefonieren können (besonders bei Panik/sozialer Angst).
Krisenchat.de:
Hilfe per WhatsApp für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (bis 25 Jahre). Rund um die Uhr unter: krisenchat.de
Stiftung Deutsche Depressionshilfe – Online-Forum:
Austausch und moderierte Hilfe unter diskussionsforum-depression.de.
Häufige Fragen – FAQ
Häufige gestellte Fragen bei akuten Angst und Panikszuständen.
Was ist eine Panikattacke und wie unterscheiden sich Symptome einer Panikattacke von anderen Angstzuständen?
Eine Panikattacke ist ein plötzliches, intensives Angsterlebnis mit Symptomen wie Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Zittern, Schwitzen und dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder sterben zu müssen. Im Gegensatz zu anhaltenden Angstzuständen oder einer generalisierten Angststörung treten Panikattacken abrupt und meist zeitlich begrenzt auf; begleitende Angstsymptome können jedoch eine Angsterkrankung oder Panikstörung anzeigen.
Wie kann ich kurzfristig Notfall-Hilfe bei Angst und Panik leisten, damit die Attacke abklingen kann?
Kurzfristig helfen ruhiges Atmen (langsam ein- und ausatmen, bewusst ausatmen), Achtsamkeitsübungen, progressive Muskelentspannung oder andere Entspannungstechniken. Versuche, dich zu erden (z. B. 5 Gegenstände benennen), vermeide Koffein und Nikotin und erinnere dich daran, dass das Nervensystem die Attacke auslöst, die in der Regel nicht lebensbedrohlich ist und nachlässt.
Welche Auslöser können eine Panikattacke hervorrufen und verstärken?
Panikattacken können durch Stress, Schlafmangel, Konsum von Koffein oder Nikotin, körperliche Erkrankungen oder spezifische Situationen ausgelöst werden. Auch das Gedankenkarussell oder die Angst vor der Angst (Angst, erneut eine Attacke zu erleben) kann Attacken verstärken. Körperliche Ursachen sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wann sollte ich professionelle Unterstützung suchen und wen wende ich mich zuerst?
Bei wiederkehrenden Panikattacken, anhaltender Vermeidung oder wenn die Symptome das tägliche Leben einschränken, ist Unterstützung ratsam. Zunächst kann die Hausärztin/der Hausarzt körperliche Ursachen ausschließen und gegebenenfalls an Psychiatrie und Psychotherapie oder einen psychologischen Psychotherapeuten/psychologischen Psychotherapeuten überweisen. Bei akuter Suizidalität sofort Notfall- oder stationäre Hilfe in Anspruch nehmen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Panikstörung und angsterkrankungen?
Behandlungsmöglichkeiten umfassen psychotherapeutische Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition, psychotherapeutisch begleitete Achtsamkeitsübungen, ggf. medikamentöse Behandlung (z. B. Antidepressiva oder kurzzeitig Beruhigungsmittel) sowie Kombinationen. In schweren Fällen kann eine stationäre Behandlung sinnvoll sein; Psychiatrie und psychosomatische Medizin bieten weiterführende Optionen.
Wie kann Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, konkret helfen?
Verhaltenstherapie zielt darauf ab, Vermeidungsverhalten zu reduzieren, das Gedankenkarussell zu durchbrechen und durch Exposition neue Erfahrungen ohne Panik zu machen. Therapeutinnen und Psychotherapeuten vermitteln Techniken zur Kontrolle von Angstgefühlen, Atemstrategien, progressive Muskelentspannung und helfen, langfristig Kontrolle zurückzugewinnen.
Medikamente können helfen, akute Symptome zu dämpfen und die Therapie zu unterstützen, besonders bei schweren Panikstörungen oder wenn psychotherapeutische Maßnahmen allein nicht ausreichen. Die Entscheidung trifft in der Regel ein Psychiater oder die Hausärztin in Absprache mit einem Psychotherapeuten; eine medikamentöse Therapie sollte regelmäßig überprüft werden.
Wie kann ich langfristig neuen Wegen im Umgang mit Angst und Panik lernen?
Langfristig helfen regelmäßige Achtsamkeit, ausreichend Schlaf, Stressmanagement, körperliche Aktivität und das Erlernen von Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung. Durch therapeutische Exposition und psychotherapeutische Arbeit lassen sich Vermeidung und Angsterkrankung nachhaltig reduzieren und neue Bewältigungsstrategien entwickeln.
Gibt es Sofort-Techniken, die helfen, wenn das Gedankenkarussell oder Herzrasen zunehmen?
Ja: Ruhig zu atmen (Bauchatmung), bewusstes Ausatmen, Anspannung und anschließende Muskelentspannung, Kaltwasser ins Gesicht oder kalte Hände anfeuchten, Achtsamkeitsübungen zur Rückkehr in den Moment und das gezielte Benennen von Sinneseindrücken. Diese Maßnahmen senken Adrenalin und helfen dem Nervensystem, sich zu beruhigen.